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Aktuelles

Aktuelles Dezember 2016

19. Januar 2017 22:30

- Kraftfahrtversicherung 2009 - 2015
- Haftpflicht + Kasko
- Auswertung der Geschäftsberichte

 

Die Anzahl der K-Risiken aller deutschen K-Versicherer betrug gem. Geschäftsberichten 104.830.234 Stück
zum 31.12.2015. Die gebuchten K-Bruttobeiträge im Jahr 2015 beliefen sich auf TEURO 24.312.695.
Das entspricht Zuwächsen 2008-2015 von 11,14% bei der Risikoanzahl und von 24,66% im Beitrag.

D.h. in 7 Jahren wurden durchschnittliche, unzureichende Beitragserhöhungen von 10% durchgeführt.
Die Combined Ratio (KH+KK)-Brutto beläuft sich demgemäß im Zeitraum 2009-2015 auf nicht ausreichende 102,7%.

Nur 9 von 46 VU/Gruppen (=19,6%) weisen in diesem Zeitraum eine Combined Ratio von 100% und weniger auf.
Die Combined Ratio (KH+KK) blieb im Jahr 2015 (nach 2014) zum zweiten Mal seit dem Jahr 2007 wieder auf einem Wert knapp unter 100 % : 97,9% Der Gesamtkostensatz wurde erneut leicht gedrückt - auf 17,0%
15 von 46 VU/Gruppen (= 32,6%) haben auch im Jahr 2015 kein positives Bruttoergebnis erzielt (s.u.).

Die Gesamt-Schadenrückstellungen wurden 2009-2015 um den minimalen Betrag von T€ 1.888.860 gestärkt.
Die Gesamt-Schwankungsrückstellungen wurden um den vergleichbar hohen Betrag von T€ -1.115.959 gesenkt, davon fallen allein auf die Allianz Gruppe T€ -835.241 Die Rückversicherer wurden insgesamt mit 308.127 T€ zur Ergebnisverbesserung herangezogen,
davon allein T€ 332.894 durch die Allianz Gruppe. Die Unternehmenspolitik der Gesamtheit der Marktteilnehmer ist daher als nicht ausreichend (Note 4-) anzusehen.

             
  Combined Ratio Brutto   Kostensatz Veränderung 2008-2015    
Gesellschaft 2015 2009-2015 2015 Risiken Beiträge Bewertung
ERGO Gruppe 104,5% 105,1% 25,9% -4,8% 9,1% 6
AXA Gruppe 96,5% 101,1% 19,4% 0,5% 16,0% 4
ÖSA 100,2% 105,6% 18,4% 35,4% 52,5% 4-
Provinzial Nord-West 93,0% 97,1% 18,3% 9,4% 22,1% 3-4
Provinzial Rheinland Gruppe 99,7% 101,2% 15,1% 27,0% 46,2% 4+
Öffentliche Braunschweig 89,2% 99,8% 20,3% 2,1% 14,5% 4+
Barmenia 102,0% 104,4% 18,8% -36,7% 52,5% 4-5
VKB Gruppe 101,9% 107,8% 20,1% 5,1% 16,6% 5-6
Württembergische 97,6% 105,1% 18,9% 24,7% 43,5% 4-5
Alte Leipziger 94,5% 104,9% 23,7% -17,9% -12,6% 5
BBV 93,6% 122,5% 22,4% -26,3% -33,2% 6
VGH 102,2% 105,9% 17,2% 10,5% 32,2% 5
Gothaer Gruppe 102,6% 100,2% 16,2% 6,8% 12,3% 4-
Zürich Gruppe Deutschland 101,7% 102,9% 17,9% 15,6% 39,9% 3-
HDI Gruppe 99,3% 104,4% 21,0% -17,4% 6,3% 5
R + V Gruppe 97,5% 103,0% 15,7% 27,8% 47,8% 4+
VHV Gruppe 95,4% 100,8% 17,1% 15,1% 31,5% 4
Debeka 90,5% 94,6% 18,0% 23,2% 50,9% 2-3
HUK Coburg Gruppe 98,1% 99,6% 8,3% 34,6% 54,7% 3
LVM 93,7% 99,0% 16,7% 20,4% 44,4% 4+
Concordia 90,6% 99,1% 20,6% 0,6% 12,4% 4
Mecklenburgische 87,8% 100,3% 19,4% 12,0% 18,5% 4+
Allianz Gruppe 96,7% 104,3% 21,7% -10,6% -3,6% 6
Itzehoer 101,2% 106,8% 22,2% 73,2% 103,8% 4-5
WWK 98,7% 116,6% 18,7% -26,0% -5,1% 4-5
DEVK Gruppe 99,7% 103,7% 13,6% 24,7% 42,1% 4
Generali Gruppe 100,6% 104,3% 18,4% 8,3% 20,8% 5
Continentale Gruppe 97,5% 100,7% 12,7% 53,5% 60,9% 4
Helvetia Gruppe 97,2% 103,5% 19,6% 21,3% 37,7% 4-
Volkswohl 107,9% 105,9% 22,1% -13,9% -2,3% 5-6
Signal-Iduna Gruppe 108,6% 104,5% 21,4% 3,4% 17,3% 5-
SV-Gebäudeversicherung 97,5% 104,3% 20,1% 9,2% 11,7% 4-
SV-Sachsen 97,1% 105,3% 15,2% 3,5% -20,4% 5-
Rheinland Gruppe 94,4% 103,4% 15,8% 12,1% 19,9% 5
Oldenburgische 99,5% 110,5% 18,9% 1,6% 15,8% 5-6
Münchener Verein 88,6% 101,2% 14,5% -24,6% -8,6% 3
Badische Gruppe (BGV) 106,2% 107,3% 16,1% 26,5% 49,6% 5
WGV Gruppe 92,2% 106,1% 10,6% 30,0% 44,0% 5+
LSH 119,7% 121,0% 20,5% -9,7% 7,8% 6
Basler Gruppe 104,4% 104,9% 23,5% -30,3% -29,0% 4-5
Direct Line 94,5% 100,6% 18,7% 68,1% 117,2% 3+
Nürnberger Gruppe 96,9% 105,9% 17,2% -38,8% -32,4% 4-
Fahrlehrer 95,9% 100,1% 19,9% 5,0% 14,2% 4+
HDNA * 97,1% 97,5% 4,7% 88,8% 86,1% 2-3
GVV Gruppe 89,5% 98,4% 7,4% -8,2% 7,9% 2
GHV 107,3% 103,0% 23,4% 26,3% 35,7% 4-
Summe VU 97,9% 102,7% 17,0% 11,1% 24,7% 4-
             
Maßgeblich für die Bewertung sind die Combined Ratio, die Entwicklung der Kosten, die Entwicklung der Risikoanzahl, die Entwicklung des Durchschnittsbeitrages sowie die Rückstellungsbildung des Zeitraumes 2009-2014. Die negativen Ergebnisse sind nicht dem Schadenverlauf geschuldet, sondern hauptsächlich den gewählten Beiträgen.

Diese wurden bewußt - wohl in der Hoffnung auf mehr Wettbewerbsfähigkeit- auf einem zu niedrigen Niveau gehalten. Der Preiskampf der vergangenen Jahre hat, wie auch in vorhergehenden vergleichbaren Phasen, nur wenige Gewinner und viele Verlierer hervorgebracht. Etliche, auch namhafte Gesellschaften sind in den letzten 30 Jahren ganz vom Markt verschwunden, wurden gekauft, fusioniert oder integriert oder haben das K-Geschäft aufgegeben.

A&O - Aachen-Münchener - Admiral - Albingia - ARAG - Auto-Direkt - Avetas - Berlin-Kölnische - Bruderhilfe - D.A.S. - DBV - Colonia - Condor - Deutscher Herold - Deutscher Lloyd - Deutscher Ring - Feuersozietät - Eurinco - Europa - Gerling - Gothaer Allgemeine - Hamburger Phönix - Hamburg-Mannheimer - HDI Direkt - INEAS - Karlsruher - KRAVAG - Magdeburger - Mannheimer - Neckura - Nordstern - Ontos - Optima - OVAG - ÖVA - Patria - Quelle - Saarland - Schweizer National (SN) - Securitas - Signal - SOVAG - Thuringia - Uelzener - Vereinte - Victoria - Volksfürsorge - Winterthur - Zenith

Die ARAG wickelt seit 2011 nur noch den K-Bestand ab; das K-Neugeschäft wird an die Helvetia vermittelt. Die SN (jetzt Helvetia AG) gehört seit 1.1.2014 zur Helvetia, die SOVAG hat zum 31.12.2014 das K-Geschäft aufgegeben. Die S-Direkt wird der Provinzial Rheinland Gruppe zugerechnet. Zur Zeit sind demnach noch 46 VU/Gruppen im K-Geschäft aktiv. Gestandene Lebens- und Krankenversicherer werden das Interesse am verlustreichen Appendix K-Versicherung endgültig verlieren, die Öffentlich Rechtlichen Versicherer weitere Bündnisse schmieden und große VU das fehlende Wachstum bzw. die Bestandsverluste durch Zukäufe von Gesellschaften kompensieren, die nicht mehr alleinstehen mögen.

GHV und LSH z.B. werden nie ein größeres K-Volumen erreichen. BBV, Münchener Verein, Volkswohlbund und WWK haben ebenfalls kaum eine Chance am K-Markt. Auch größere VU sind zukünftig nicht gefeit gegen Übernahmen. Auf längere Sicht wird noch mit einer Anzahl von 60 K-Anbietern in 30 unabhängigen Gruppen gerechnet. In der Vergangenheit wurden positive Phasen schnell wieder von negativen abgelöst - meist weil sich einige Verlierer der Verkaufs-Rallye nur noch mit Rabatten zu helfen glaubten, und die Mehrzahl der anderen wie die Lemminge hinterher liefen.

Auch zukünftig ist mit längeren Verlustphasen zu rechnen, da die Versicherer anscheinend nicht lernfähig sind. Es haben nicht ausnahmslos die Versicherer mit niedrigen Kostensätzen hohe Zuwächse erzielt, auch Versicherer mit höheren Kostensätzen haben gute Zuwachsraten erreicht. Für die Erzielung von Zuwachs ist ein niedriger Preis also nicht zwingende Voraussetzung. Ein VU muß nur versuchen in der Klasse vergleichbarer Versicherer durch Solidität, Service und Produktgestaltung aufzufallen, dann sind auch höhere Preise durchsetzbar. Auch eine Neigung zu Innovationen kann nicht schaden. Zum Beispiel lassen sich allein durch Abweichung von den marktüblichen Strukturen, seien es Berufsgruppen, Regionalklassen, Typklassen, SF-Klassen oder auch in den "weichen" Merkmalen für größere Kundengruppen größere strukturelle Prämienvorteile erzielen.


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